ORCAs Nachbarn auf der Weide
Pünktlich zum Start jeder Weidesaison grasen am Rand unseres Kieswerks in Hittfeld Kühe – doch diese Weidefläche ist alles andere als gewöhnlich. Sie grenzt direkt an unsere ORCA und wird von den Rindern der Nutztierarche Hiddel Hoff bewirtschaftet. Damit sind sie unsere direkten Nachbarn.
In Zusammenarbeit mit der Nutztierarche setzen wir auf eine naturnahe Lösung zur Flächenpflege: Statt Maschinen übernimmt das seltene Rote Harzer Höhenvieh diese Aufgabe. Die robuste Rinderrasse sorgt dafür, dass die Fläche offen bleibt und verhindert die Ausbreitung invasiver Pflanzen wie der Kanadischen Goldrute und des Japanischen Knöterichs. Ohne die Tiere würde die Fläche schnell überwuchern – und wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und Fledermäuse gingen verloren. „Ohne die Rinder wäre hier alles voller Goldrute“, erklärt Peter Adler, Werksleiter bei OTTO DÖRNER.
Die Beweidung bringt gleich mehrere Vorteile: Sie fördert die heimische Flora und Fauna, reduziert den Pflegeaufwand und trägt gleichzeitig zum Erhalt einer vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse bei. Das Rote Harzer Höhenvieh findet hier ideale Bedingungen, um auf natürliche Weise zur Landschaftspflege beizutragen. Diese Form der Weidewirtschaft ersetzt eine aufwendige mechanische Flächenpflege und zeigt, dass Wirtschaft und Naturschutz Hand in Hand gehen können.
„Die Rinder leisten aktiven Naturschutz und helfen gleichzeitig, eine historische Nutztierrasse zu bewahren“, betont Steffen Heuer von der Nutztierarche. „Ihr Dung bietet Käfern und Würmern Lebensraum – eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und jagende Fledermäuse.“
Die Beweidung ist somit eine besonders umweltfreundliche Alternative zur mechanischen Pflege und trägt nachhaltig zur Artenvielfalt bei. Die Kooperation mit der Nutztierarche verbindet Artenschutz mit Landschaftspflege – eine ideale Kombination.
Seit mehreren Jahren setzt sich die Nutztierarche Hiddel Hoff für den Erhalt bedrohter Nutztierrassen ein. Neben dem Roten Harzer Höhenvieh werden dort auch seltene Schweine-, Ziegen-, Schaf- und Pferderassen gezüchtet. Das Projekt in Eddelsen zeigt eindrucksvoll, dass wirtschaftliche Entwicklung und nachhaltige Landnutzung hervorragend zusammenpassen.


Oliver Dörner auf der rekultivierten Altdeponie in Hittfeld